Mobile Demenzberatung bietet eine unverzichtbare Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihre Familien. Durch individuelle Beratung direkt vor Ort, in den eigenen vier Wänden, wird auf die persönlichen Bedürfnisse besser eingegangen als in stationären Einrichtungen. Dieses Angebot stärkt die Selbstständigkeit und Lebensqualität Betroffener und ihrer Angehörigen.
Die Finanzierung der mobilen Demenzberatung zu streichen, ist ein politischer Fehler. Ziel muss es doch sein, dass die Betroffenen möglichst lange zu Hause bleiben. Die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim können von vielen leider nicht mehr getragen werden, sondern müssen durch die Sozialhilfe des Landkreises übernommen werden, was deutlich höhere Kosten mit sich bringt. Das RKI geht davon aus, dass derzeit in Deutschland ca. 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt sind. Diese Zahl wird sich durch die Überalterung der Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren annähernd verdoppeln.
Die Beraterinnen und Berater helfen nicht nur bei der Informationsvermittlung, sondern begleiten auch im Alltag, klären über Krankheitsverläufe auf und zeigen praktische Hilfen auf. Gerade für Angehörige ist die mobile Beratung eine große Entlastung, da sie Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung gewinnen.
Es ist wichtig, dass diese wertvolle Unterstützung weiterhin verfügbar bleibt, denn vertraute Umgebungen und flexible Hilfen sind für Menschen mit Demenz entscheidend. Mobile Demenzberatung macht den Unterschied – sie sorgt für mehr Verständnis, Nähe und Lebensfreude trotz der Krankheit.
Diese in den letzten Jahren sehr gut angenommene niederschwellige Unterstützung für ältere, pflegebedürftige Menschen gegen die Förderung von Kindern und Familien auszuspielen, ist eine „moralische Bankrotterklärung“ der Politik. Natürlich ist die Unterstützung der mobilen Demenzberatung – genauso wie die Finanzierung von Schulsozialarbeit an den Grundschulen – eine freiwillige Leistung. Und ja – die Tätigkeit der mobilen Demenzberatung erstreckt sich über die gesamte Grafschaft und ist von überörtlicher Bedeutung und somit in originärer Verantwortung des Landkreises. Aber die Schulsozialarbeit liegt in der Finanzierungsverantwortung des Landes Niedersachsen. Hier gehen die Kommunen seit Jahren in Vorleistung und finanzieren Schulsozialarbeit an den Grundschulen. Aber hier sprechen wir von deutlich höheren Summen als bei der nun eingestellten Mitbeteiligung der Gemeinden an der mobilen Demenzberatung. Diese sollte für die Jahre 2026 bis 2028 mit einer hälftigen Beteiligung der Kommunen bzw. Gemeinden jeweils jährlich 3.500,00 € betragen! Ja – die Zahl ist richtig – hier fehlen auch keine Nullen und das Komma ist korrekt gesetzt!
Dass durch den Rückzug der Gemeinde Wietmarschen auch die Gemeinde Uelsen sich nun „gezwungen“ sieht, aus der Mitfinanzierung und der Bereitstellung von 3.500 € auszusteigen, ist ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes! „Wenn nicht alle Kommunen mitmachen, tun wir es auch nicht mehr.“ Hier sollte der Landkreis regulierend eingreifen und den Fehlbetrag ausgleichen, damit ein so gut angenommenes und funktionierendes System erhalten bleibt.
Hier ergeben sich dann nur noch die abschließenden, absichtlich provokanten Fragen:
Sollte die mobile Demenzberatung unter einer geänderten Finanzierung weiterbestehen, fährt sie dann die Gemeinden Wietmarschen und Uelsen nicht mehr an? Wer leidet dann unter diesen Maßnahmen? Die alten pflegebedürftigen Mitmenschen oder die Entscheider, die Ratspolitiker in den Kommunen?
