Stadtratthema: Wohnen

Die Politik schafft selbst keinen Wohnraum. Ihre Aufgabe ist es, gute und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Verwaltung wiederum sollte – wenn sie ihre Aufgabe gut erfüllt – diese Rahmenbedingungen effizient umsetzen, ohne selbst Politik zu betreiben. Gerade hier sehen wir in Nordhorn noch erheblichen Verbesserungsbedarf.

Bezahlbarer Wohnraum kann nur durch eine langfristige und vorausschauende Planung der Stadtverwaltung sowie durch die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten entstehen. Für uns ist die GEWO dabei der wichtigste Garant für den Bau von Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum. Privatwirtschaftlich orientierte Investoren müssen hingegen durch eine verbindliche Sozialwohnungsquote stärker in die Verantwortung genommen werden. Gleichzeitig können beschleunigte und vereinfachte Genehmigungsverfahren zusätzliche Anreize für Investitionen schaffen.

Die GEWO selbst benötigt allerdings keine Anreize zum Bauen – sie will bauen. Was sie braucht, ist eine solide Eigenkapitalausstattung sowie eine verlässliche Personalstruktur für Bauplanung und Bauausführung. Nur so kann sie sich wieder konsequent auf ihre Kernaufgabe „Wohnen und Bauen“ konzentrieren.

Für die notwendige Kapitalausstattung trägt die Stadt Nordhorn als Eigentümerin der GEWO Verantwortung. Die IPG fordert deshalb seit Jahren, die GEWO finanziell so auszustatten, dass sie auf dem Nordhorner Wohnungsmarkt mit privaten Investoren auf Augenhöhe agieren und ihrer wichtigen Aufgabe gerecht werden kann. Stattdessen erleben wir immer wieder, dass Politik und Verwaltung vor allem die Interessen privater Investoren in den Vordergrund stellen.

Ein weiterer Baustein zur Entspannung des Wohnungsmarktes ist die Gründung von Wohnungsgenossenschaften, an denen sich beispielsweise künftige Mieterinnen und Mieter beteiligen können. Ebenso bieten Kooperationen zwischen privaten Investoren und der GEWO die Chance, zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Ein einseitiger Fokus auf Nachverdichtung oder ausschließlich auf neue Baugebiete greift zu kurz. Erforderlich ist eine ausgewogene Strategie: moderat ausgewiesene Neubaugebiete am Stadtrand mit guter Anbindung an die bestehende Infrastruktur sowie eine sorgfältig und mit Augenmaß geplante Nachverdichtung. Nur die Kombination beider Ansätze wird den Wohnraumbedarf langfristig decken können.

Initiative Pro Grafschaft
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